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15. Oktober 2014

‘A marenna – Panzarotti napoletani oder: Aus Laune.

Vielleicht sollte ich zunächst mal übersetzen. ‘A marenna ist neapolitanischer Dialekt. Im normalen Italienisch heißt das la merenda. Und auf Deutsch wohl irgendwie “Zwischenmahlzeit”. Nee. Hier wäre das übersetzt so was wie Pausenbrot, oder irgendwas für unterwegs oder zwischendurch. Aber Pausenbrot und Abendbrot sind bei uns eben oft ohne Selbiges mit Leberwurst.

“Morgens halb Zehn in Deutschland – Knoppers, das kleine Frühstück”, fällt mir da gerade ein. Gut. Jetzt erst mal ein Bild von meiner marenna.

Panzarotti sind das, was in Neapel nu sfizio genannt wird. Ein “Sfizio” ist: Du bist in der Stadt einkaufen. Da befällt dich der kleine Hunger Zwischendurch. Du hast Appetit auf irgendwas, nichts Großes, aber lecker soll es sein. Eine marenna. Blöd zu erklären. Der Pons übersetzt das Wort sfizio mit Laune, und merenda mit Imbiss. Passt.

 

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Jetzt sagst du: Das ist eine Kartoffelkrokette. Richtig. Eine gefüllte “Croque”. Im Gegensatz zur gemeinen deutschen Kartoffelkrokette wird der Panzarotto aber nicht als Beilage (Kartoffelersatz) serviert. Panzarotti werden solo gegessen. Auf die Schnelle auf der Hand. In Neapel gibt es Straßenverkäufer, die Panzarotti neben Pizza fritta und o pere e o muss anbieten. Friggitoria heißen diese Buden.

 

friggitoria-di-famiglia  Friggitoria Fiorenzano, Via Pignasecca 14, Napoli

Leider sind wir hier nicht in Neapel. So müssen wir uns unsere Panzarotti selber machen. So geschehen am Samstag. Wir essen die Panzarotti auf die Schnelle, wir wollen nämlich auf das Mittelalterfest. Samstag/Sonntag in meiner Stadt. Ich liebe das. Alles voller Fraukes und Bernhards. Und vielleicht auch Hans-Werner, wenn er nicht gerade in eine tiefe Depression verfallen ist. (Habe dich verlinkt, Hans Werner, wie versprochen – eine Frau, ein Wort)

Schnell die Zutaten für 20 Panzarotti napoletani (immer circa):

  1. 1kg mehlig kochende Kartoffeln
  2. 4 Eigelb
  3. glatte Petersilie, gehackt
  4. kleingeschnittene Salami (im besten Fall Napoli)
  5. insgesamt 150g Mozzarella und Scamorza
  6. Salz und Pfeffer
  7. Mehl, Ei und Semmelbrösel zum panieren
  8. Sonnenblumenöl

 

Panzarotti Collage1

 

Die gekochten Kartoffeln werden, noch warm, durch die Presse gedrückt, und mit allen Zutaten vom Bild vermengt. Es entsteht ein Kartoffelteig, der an den Händen klebt, ganz so wie ich es hasse. Ich werde nervös, wenn mir alles an den Fingern pappen bleibt. Ich schreie also vom Lädchen (Küche) nach oben (Schloss Peppinelli), das Fräulein Peppinella soll sofort runterkommen und fotografieren. Weil ich sonst die Kamera, mit der ich eh schon nicht so dicke bin, versaue.

 

Panzarotti Collage2

Hier siehst du, wie ekelig der Teig klebt. Und natürlich wie ich die Panzarotti forme. Eigentlich sollte Fräulein Peppinella daraus ein kleines Filmchen machen. Es wird aber nicht so, wie ich will. Mit den Kartoffelteighänden kann ich leider nicht so recht dazwischen fuchteln. Außerdem sagt sie irgendwann: “Kannst ja alleine weitermachen.” Ich lasse das stehen. Merke es mir aber. (So bin ich.)

Die Kartoffelzylinder sind ungefähr zehn Zentimeter lang, und haben einen Durchmesser von keine Ahnung. So, dass sie gut schließen, ohne das die Füllung beim Frittieren rauskommt. Ich müsste mal meine Handinnenfläche bis zur Hälfte der Finger nachmessen. Sie werden nacheinander in Mehl, Ei und Semmelbrösel gewälzt. Eine weitere klebrige Angelegenheit. Das macht mich immer nervös.

Nun werden die Panzarotti in sehr heißem Öl nacheinander frittiert. Am besten gibt man immer nur 3 Stück ins Öl. Sie gehen sonst immer schon in der Pfanne kaputt.

Panzarotti Collage3

Hier sind sie dann schon fertig. Goldbraun und scheiß-heiß. Wir essen die ersten direkt vom Abtropfpapier. Fräulein Peppinella verbrennt sich die Schnute. ich verbrenne mir zum x-ten Mal die Hand am Frittiertopf, weil ich die Henkel ohne Topflappen anfasse. Schöne Brandblase an der linken, noch nicht vermessenen Handinnenfläche.

Ich muss mich nun husch-husch fertigmachen fürs Städtchen. Das Mittelalterfest ruft. Den Herrn peppinello schicke ich noch schnell zu seiner Mutter, mit einem Teller Panzarotti. Am Abend wird sie mir telefonisch mitteilen, dass sie nach dem Mittagessen fünf Stück verzehrt hat. Aus “Sfizio”.

Eigentlich stören hier ja nur die Rezepte. Und die Bilder. In Wirklichkeit willst du doch nur wissen, wie es auf dem Mittelalterfest denn so war, richtig? Also. Es war wieder mal Granate. Das Mittelalterfest vor zwei oder drei Jahren, war Geburtsort und –stunde für Familie Frauke-Bernhard-Nils-und-Nele. Deshalb muß ich da auch jedes Jahr wieder hin, um Feldstudien zu betreiben. Dieser Post heute, würde allerdings zu lang werden, und die Peppinellis bekämen dann heute kein Abendessen. Das kann ich aber nicht machen. Da sind sie sehr eigen, die Peppinellis.

So viel sei schon mal gesagt:

  1. Herr Peppinello und ich streiten uns (wie immer) auf dem Mittelalterfest. Weil ich so viel lache, und er nicht versteht warum.
  2. Er sagt, ich sei nicht mehr richtig im Kopf, und soll die Leute nicht so anglotzen.
  3. Ich glaube, Frauke legt dort Karten.
  4. Es gibt Mittelalter-Band-Groupies. Und was für welche!
  5. Ich konnte Hans-Werner nirgends entdecken. Er hat vermutlich von Mutti Stubenarrest bekommen.

Ein Bericht über das Fest wird folgen. Eventuell auch ohne Rezept, außer zum Glücklichsein

An dieser Stelle bedanke ich mich übrigens herzlich bei Kathi und ihrer kunterbunten Welt. Sie scheint meinen bösen anonymen Hans-Werner gut zu kennen. Weiß sie doch zu berichten, dass er sich von Lakritzeschnecken ernährt.

13. Oktober 2014

Rede ich so undeutlich?

Jetzt fängt der Mist schon wieder an!

Liebe Werbefuzzis!

Ich möchte keine Produkte testen. Weder Messerschärfer, noch Töpfe, noch Treppenlifte oder sonstwas. Ich möchte auch nicht in meinem Blog darüber berichten. Sollte es mal so weit sein, dass ich am Stock gehe, werde ich mich bei dem Treppenliftding melden.

Mit freundlichem Gruß

Peppinella

9. Oktober 2014

Bigoli mit hausgebeiztem Lachs, oder: der anonyme Kommentator–Zuwachs für Frauke, Bernhard und die Anderen

Ich beginne besser mit den Bigoli, bevor ich zum Zuwachs komme. Ich schreibe mich sonst zu sehr in Rage. Ich müsste dann auch ganz anders anfangen; in etwa “Lieber Herr Anonymer!”, oder so. Aber Das spare ich mir ein paar Minuten auf.

Vom hausgebeizten Lachs ist noch übrig. Hätten wir den komplett mit Frischkäse und Bejgls aufgegessen, wären wir vermutlich geplatzt.

Bigoli

Die Bigoli sind hier hausgemacht, aber nicht von mir, sondern vom Herrn Peppinello, bzw. von seiner Nudelmaschine. Falls du es vergessen hast: Ich berichtetet hier ausführlich über den Erwerb Selbiger.

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Ich habe, um ehrlich zu sein, gar nicht gekocht. Mein Beitrag diesem einfachen Mittagessen ist der hausgebeizte Lachs. Werde ich garantiert nochmal machen. Herr Peppinello kocht also die Nudeln und Brät nebenher in einer seiner Pfannen Knoblauch und Tomatenscheiben. Dann gibt er wein wenig Nudelwasser hinzu und pflückt ein bisschen Dill und ein bisschen Lachs in die Pfanne. Die fertigen Bigoli schwenkt er darin ab.

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Ich gebe auf jede Portion drei, vier Scheiben Lachs und frischen Dill. Fertig. So machen das eben “engagierte Dilettanten” (nachzulesen bei Claus, und zwar hier).

Blogger sind engagierte Dilettanten, schreibt da jemand in den Kommentaren. Stört mich eigentlich nicht weiter. ich erhebe keinen Anspruch auf Irgendwas.Ich finde aber so einen wunderbaren Übergang zu meinem Anonymen Kommentator. Okay. Es gibt nicht nur einen. Viele Leute kommentieren anonym. Meistens Nettes. Ein anderer Teil der “Anonymen” sind die Spammer. Die regen mich auf. Bevorzugt schreiben sie Englisch oder auch Arabisch und Indisch. Und immer, aber wirklich immer hat mein Blog ihre Aufmerksamkeit erreicht, weil er “so awesome” ist “with such beautiful pictures”. Die wollen mich veräppeln… Bei den Arabischen oder Indischen habe ich keine Ahnung, was die so schreiben. Ich kann es nicht lesen. kratzt mich nicht. Ich lösche hin und wieder die ganzen Spams. So wie auch neulich.

Da finde ich dann diesen Kommentar (obwohl der schon älter ist, sehe ich ihn zum ersten Mal):

Unbenannt

Herr/Frau Anonym kommentiert einen Frauke/Bernhard/Olaf/Steffi-Post, in dem ich mich über meine Fantasie-Freunde amüsiere. Ich lese  und stutze.

“Kokkettierst”…Der anonyme Kommentator ist Waldorf-Schüler. Oder er hat kein Rechtschreibprogramm. Sonst hätte er “kokettierst” nicht mit so vielen “K” geschrieben. Aber das nur nebenbei bemerkt. Ob er wohl mit Nils und Nele befreundet ist? Ich muss das wissen. Also dann.

Lieber Herr/Frau Anonym!

Da Sie mich duzen, scheinen Sie mich gut zu kennen. Aus dem Blog? Persönlich? Ich habe keinen blassen Schimmer. Es tut mir sehr leid, dass ich Ihnen so unsympathisch bin, denn normalerweise lege ich großen Wert darauf, gemocht zu werden. Falls wir uns nun im echten Leben begegnet sind, gehe ich davon aus, Ihnen irgendein Unrecht getan zu haben. Ich weiß nicht, ob Sie Mann oder Frau sind. Mir gefällt allerdings der Gedanke, dass Sie männlich sein könnten. Passt mir besser in den Kram. So kann ich schneller eine “Legende” um Sie bilden, mein lieber Anonymer. Dazu gehört natürlich ein Name, mit dem ich Sie anspreche. Darüber denke ich bereits eine ganze Weile nach. Mir gefällt “Rufus” ganz gut. Andererseits. Rufus ist individuell. Ob das passt? Nein. Es muss was anderes sein. Lassen Sie mich überlegen…wie  wäre es mit Hans-Werner? Ok. Hans-Werner ist gut. Ich biete dir hiermit offiziell das “Du” an, Hans-Werner. Wir werden uns richtig gut kennen lernen. Und eine Menge Spaß miteinander haben. Ich werde dich in eine Reihe stellen mit meinen anderen imaginären Freunden, die Du für bare Münze nimmst, wie es scheint. Fortan wirst auch du in meinem Kopf leben. Mit dem Lila-Latzhosen-Mann und allen Anderen. Dazu lade ich dich ganz herzlich ein. Ab und an, werde ich nette Geschichten über dich erfinden. Jedes Mal, wenn ich den Namen “Hans-Werner” schreibe, werde ich ihn mit diesem Post und deinem anonymen Kommentar verlinken. So wirst du nach und nach eine Menge über dich erfahren. Sachen die du bisher gar nicht wusstest. Die in mir entstehen, nur für dich “Being John Malkovich Hans-Werner” sozusagen. Ich freue mich schon sehr darauf.

Bitte Grüße ganz herzlich Deine Mutter von mir - ich weiß, du bist dreiundfünfzig, und wohnst bei Mutti – soviel hat mein krankes Hirn gerade ausgespuckt.

Alles Liebe von

Peppinella.